Spontane Fehlgeburt (Diagnose)

Autor: Alexey Portnov, Hausarzt
Erstellungsdatum: 08.10.2011
Letzte Überprüfung: 12.07.2025

Die Diagnose von Spontanaborten ist in der Regel unkompliziert. Sie basiert auf den Beschwerden der Patientin, den Ergebnissen der allgemeinen und gynäkologischen Untersuchung sowie den Resultaten von Kolposkopie, Hormon- und Ultraschalluntersuchungen.

Der Allgemeinzustand der Patientin hängt sowohl von der Schwangerschaft selbst als auch vom Ausmaß des Blutverlusts bei der Art der Fehlgeburt ab. Bei drohender oder beginnender Fehlgeburt ist der Zustand der Frau in der Regel zufriedenstellend, es sei denn, es liegt eine frühe Schwangerschaftstoxikose vor und die Fehlgeburt wird durch eine schwere körperliche Erkrankung ausgelöst. Bei andauernder, unvollständiger oder vollständiger Fehlgeburt hängt der Zustand der Patientin von Dauer, Intensität und Ausmaß des Blutverlusts ab. Längere, leichte Blutungen führen zu Anämie, deren Schweregrad vom Allgemeinzustand der Frau abhängt. Akuter Blutverlust kann einen Schock auslösen.

Bei drohender Fehlgeburt entspricht die Gebärmuttergröße der Dauer der ausbleibenden Menstruation. Die Gebärmutter reagiert auf Palpation mit Kontraktionen. Der Gebärmutterhals zeigt keine strukturellen Veränderungen. Bei beginnender Fehlgeburt kann der Gebärmutterhals leicht verkürzt und der äußere Muttermund leicht geöffnet sein. Eine dem Schwangerschaftsalter entsprechende Kontraktion der Gebärmutter und der durch den Gebärmutterhalskanal leicht zugängliche untere Pol der befruchteten Eizelle deuten auf eine fortschreitende Fehlgeburt hin. Bei einer unvollständigen Fehlgeburt ist die Gebärmutter kleiner als dem Schwangerschaftsalter entsprechend, und der Gebärmutterhalskanal oder der äußere Muttermund ist leicht geöffnet.

Zusätzliche Diagnoseverfahren sind bei spontanen Fehlgeburten nicht in allen Fällen notwendig. Fehlgeburten sind häufig, und unvollständige Fehlgeburten erfordern in der Regel keine weiteren Diagnoseverfahren. Nur in Einzelfällen wird Ultraschall eingesetzt, um unvollständige von bereits laufenden Fehlgeburten zu unterscheiden.

Zur Früherkennung und dynamischen Überwachung der Anfangsphase eines Schwangerschaftsabbruchs werden Labor- und instrumentelle Methoden eingesetzt.

Kolpozytologische Untersuchungen helfen, das Fehlgeburtsrisiko lange vor dem Auftreten klinischer Symptome zu erkennen. Der Karyopyknotische Index (KPI) sollte in den ersten 12 Schwangerschaftswochen 10 % nicht überschreiten, in den Wochen 13–16 zwischen 3 und 9 % liegen und später in der Regel unter 5 % bleiben. Ein erhöhter KPI deutet auf ein Fehlgeburtsrisiko hin und erfordert eine hormonelle Intervention.

Allerdings sollte man bedenken, dass bei einer Schwangerschaft vor dem Hintergrund eines Androgenismus ein Abfall des CPI ein ungünstiges Zeichen ist, das die Anwendung von Östrogenpräparaten erforderlich macht.

Die Bestimmung der Plasmaspiegel von Choriongonadotropin (HCG), Estradiol und Progesteron hat prognostische Bedeutung. Ein Schwangerschaftsabbruch im ersten Trimester ist wahrscheinlich, wenn die HCG-Werte unter 10.000 mIU/ml, die Progesteronwerte unter 10 ng/ml und die Estradiolwerte unter 300 pg/ml liegen.

Bei Frauen mit Androgenismus ist die Bestimmung des 17-Ketosylvanin-Spiegels im täglichen Urin von großer diagnostischer und prognostischer Bedeutung. Übersteigt der 17-Ketosylvanin-Spiegel 42 μmol/L bzw. 12 mg/Tag, besteht ein reales Risiko für eine Fehlgeburt.

Der Nutzen labordiagnostischer Verfahren bei drohender Fehlgeburt steigt in Kombination mit einer Ultraschalluntersuchung. Ultraschallzeichen einer drohenden Fehlgeburt in der Frühschwangerschaft sind die Lage der befruchteten Eizelle im unteren Uterusbereich, unscharfe Konturen, Deformationen und Einschnürungen der Eizelle. Ab dem Ende des ersten Trimesters lassen sich bei drohender Fehlgeburt Bereiche mit vorzeitiger Plazentalösung identifizieren und der Durchmesser des Isthmus messen.

Differenzialdiagnose der Fehlgeburt

Die Differenzialdiagnose erfolgt gegenüber ektopischer Schwangerschaft, Blasenmole, Menstruationsstörungen (Oligomenorrhoe), gutartigen und bösartigen Erkrankungen des Gebärmutterhalses, des Gebärmutterkörpers und der Vagina.